Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wir werden glücklich sein

Titel: Wir werden glücklich sein
Autor: Aurélie Silvestre
Verlag: Diana
Seiten: 256

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Das Einzige, was wir tun können, ist, uns jeden Tag noch mehr zu lieben.

Am 13. November 2015 nimmt der Terror Aurélie Silvestre ihre große Liebe. Doch Aurélie lebt weiter, denn sie erwartet ihr zweites Kind. In ihrem bewegenden Bericht erzählt sie von der Trauer um Matthieu in jenem Herbst bis hin zur Geburt ihrer Tochter im darauffolgenden Frühjahr. Voller Kraft und Klarheit setzt sie dem Verlust ihren Lebenswillen und ihre Hoffnung entgegen. 

Meine Meinung: 

Am 13. November 2015 um 21:46 Uhr erhält Aurélie Silvestre die letzte SMS von der Liebe ihres Lebens, Matthieu, denn er war auf dem Konzert in der Bataclan, welches von Terroristen gestürmt wurde. Nachdem der Tod von Matthieu bestätigt wurde, ist Aurélie sofort klar, dass sie weiterleben muss. Für sich, Matthieu, ihren gemeinsamen Sohn Gary und der noch ungeborenen Tochter. 

Die Zeit nach dem schrecklichen Anschlag beschreibt Aurélie in ihrem Buch "Wir werden glücklich sein".  Sie nimmt den Leser mit in ihr Leben zwischen dem 13. November 2015 und ihrem 35. Geburtstag im Frühling 2016. Aber es gibt auch hin und wieder Rückblicke in die Vergangenheit und auf die glücklichen Tage, die das Paar miteinander verbracht. 

In den kurzen Kapiteln überzeugt Aurélie Silvestre mit einem schlichten, aber doch gefühlvollen Schreibstil. Sie zieht den Leser in einen Bann, dem man nicht so leicht entkommt. 

Man lernt die Autorin als äußerst starke und gefasste Persönlichkeit kennen, die keinerlei Hass gegenüber den Täter hat, der sie mit 3 knapp 35 zur Witwe und allein erziehenden Mutter gemacht hat. 

"Ich richte mich noch etwas mehr auf, wische die Tränen weg, die über meine Wange laufen. Die nächsten sind schon nicht ehr dieselben, langsam lassen sie die wichtigste Entscheidung meines Lebens aufkeimen: Ich werde leben." (Seite 11 ff.) 

Allerdings merkt man ihr auch ihre Verzweiflung nach dem Anschlag an und wie sehr sie sich bemüht positiv zu bleiben und das beste aus der Situation zu machen. Vor allem aber möchte sie für ihre Kinder stark bleiben. 

"Ich gehe vorwärts, ich weiche zurück, ich falle hin, ich stehe wieder auf, Ich versuche die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen." (Seite 99)

Meiner Meinung nach sollte man das Buch gelesen haben, denn es macht Mut und zeigt, dass man immer nach vorne schauen sollte, egal wie aussichtslos die Situation scheint. 
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Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Lass uns Träume sammeln

Titel: Lass uns Träume sammeln
Autor: Nina Hirschlehner
Verlag: Forever
Seiten: 288
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Inhalt: 
Weiße Weihnacht und eine zerbrechliche Liebe in New York

Eigentlich liebt Claire weiße Weihnachten. Und eigentlich sollte sie jetzt mit ihrer Familie den Weihnachtsabend genießen. Eigentlich. Doch Claire kann nicht nach Hause, denn sie hat sich mit ihrer Mutter gestritten. Schon wieder. Deshalb sitzt die 22-jährige zur besinnlichsten Zeit des Jahres alleine in einem New Yorker Hauseingang und friert sich die Zehen ab. Doch dann kommt zufällig Jamie vorbei und bietet ihr ein Zimmer in seiner Wohnung an. Jamie, ihr früherer Mitschüler, der schon in der Schule immer zu den coolen Kids gehört hatte. Widerwillig nimmt Claire sein Angebot an und wird seine neue Mitbewohnerin. Obwohl sie es nicht will, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch glaubt sie schon lange nicht mehr an die Liebe. Und außerdem ist da noch Jamies Freundin, mit der Claire ein Geheimnis teilt. 

Meine Meinung:
Als Claire von ihrer Mutter rausgeworfen wird und dann auch noch ihre Handtasche mit allen wichtigen Dingen zurücklassen muss, hat sie keine andere Möglichkeit als auf der Straße zu schlafen. Wäre da nicht Jamie, ihr alter Mitschüler, der sie bei sich aufnimmt. Doch Claire wehrt sich zunächst mit allen Mitteln dagegen.
Aufgrund ihrer Vergangenheit fällt es Claire sehr schwer Leuten zu vertrauen. Sie neigt dazu jeder Konfrontation aus dem Weg zu gehen und lieber weg zu laufen. Auch ihren eigentlichen Plan für die Zukunft hat sie deswegen verworfen. Doch im Laufe der Geschichte verändert sich Claires Haltung und sie fängt an, an sich selbst zu glauben und auch mal etwas für sich zu tun.
Jamie ist das genaue Gegenteil von Claire. Er war schon während der Schulzeit sehr beliebt und kommt aus reichem Elternhaus und weiß doch, was es heißt zu arbeiten. Er kämpft für seine Träume und ist dem Leben und allen Menschen positiv gegenüber gestellt. Genau dies versucht er auch auf Claire zu übertragen.
Der Schreibstil von Nina Hirschlehner ist unheimlich gefühlvoll und lässt sich so sehr gut lesen. Sie beschreibt die Geschichte aus Claires Sicht und so bekommt man einen guten Eindruck von ihrer Gedankenwelt. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Geschichte sich im Kreis dreht: Claire will sich von Jamie abwenden, begreift, dass es ein Fehler ist und bittet um Verzeihung, worauf Jamie ihr vergibt und so weiter und so fort. Zusäzliche Dramatik bekommt das Buch durch Michelle, Jamies Freundin. 
Das Thema des Buches finde ich toll gewählt, denn die Autorin regt so dazu an, sein eigenes Leben zu überdenken. Jeder hat Träume und sollte dafür kämpfen. Genau das wird dem Leser durch Claires Geschichte deutlich gemacht.
Alles in allem ist „Lass uns Träume sammeln“ eine schöne Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt und dem Leser einige wichtige Lektionen mit auf den Weg gibt.
drei
Vielen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 25. November 2017

Berühre mich. Nicht.

Titel: Berühre mich. Nicht.
Autor: Laura Kneidl
Verlag: LYX
Seiten: 462

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Inhalt:
Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde.
Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen...

Meine Meinung: 
Noch an ihrem 18. Geburtstag bricht Sage mit ihrem alten VW Transporter von Maine nach Nevada auf, um dort zu studieren. Vor allem aber will sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Doch das wird nicht so einfach wie sie glaubt. Denn schon an ihrem ersten Tag trifft sie auf Luca, der alles ausstrahlt, wovor sie sich fürchtet.. 

Sage ist ein 18-jähriges Mädchen, das in ihrem Leben schon einiges erlebt hat. In Nevada versucht sie ihr altes Ich hinter sich zu lassen und Kontakte zu knüpfen, auch wenn es ihr schwer fällt auf andere Leute zu zugehen. Sie braucht lange bis sie anderen Leuten, vor allem aber Männern, vertraut, weshalb sie auch gerne für sich ist. Im Herstellen von Schmuck hat sie den perfekten Ausgleich zum Alltag gefunden. 
Luca ist ein Ordnungsfanatiker und liebt es Listen zu schreiben. Außerdem sind Bücher seine Leidenschaft, weshalb er auch Bibliothekswesen studiert. Neben Büchern ist Sport machen sein anderes Hobby, was ihm auch dabei hilft Frauen aufzureisen, denen er aber nicht mehr als eine Nacht gewährt. Denn auch Luca vertraut nicht gleich jedem. Doch wenn er mal eine Verbindung zu jemandem aufgebaut hat, würde er alles für diesen Menschen tun. 
Auch die Nebencharaktere sind der Autorin gut gelungen. Vor allem April, Lucas Schwester, ist mir ans Herz gewachsen. 

Der Schreibstil von Laura Kneidl ist sehr gefühlvoll und leicht zu lesen. Sie zieht den Leser damit voll und ganz in den Bann. Die gesamte Geschichte wird aus Sages Sicht erzählt, was mir auf der einen Seite sehr gut gefallen hat, weil man so einen sehr guten Eindruck in ihre Gefühlswelt bekommen hat. Auch wenn es an manchen Stellen etwas langatmig war. Auf der anderen Seite hätte ich mir aber auch mal Einsicht in Lucas Gedankenwelt gewünscht.

Laura Kneidl hat sich mit "Berühre mich. Nicht." an ein ernsteres Thema herangewagt und dieses toll umgesetzt. Man merkt wie Sage sich den, für sie neuen, Gefühlen stellt und sich erste eine Freundschaft und schließlich doch noch eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptcharakteren entwickelt. Die Umsetzung ist der Autorin wirklich gelungen. 

Vor allem das Ende hat mich umgehauen, denn ich habe es nicht so erwartet. Nun freue ich mich umso mehr auf die Fortsetzung "Verliere mich. Nicht", die im Januar 2018 erscheint, denn ich möchte unbedingt wissen wie es mit Sage und Luca weiter geht. 

vier
Vielen Dank an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!